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Weinbau mit schillernder Vergangenheit beim Weingut Robert Weil
Das deutsche Weingut Robert Weil im Gebiet des Rheingaus hat eine lange Tradition des kirchlichen und adligen Weinbaus. Bereits im Jahr 1867 erwarb Dr. Robert Weil erste Weinberge im Kiedricher Berg und wurde acht Jahre später mit der Übernahme des Anwesens des adligen Kunstmäzen Sir John Sutton in Kiedrich ansässig. Zuvor arbeitete Robert Weil an der Pariser Sorbonne, musste seinen Lehrstuhl allerdings im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges aufgeben.
Neben seiner neu entdeckten Winzertätigkeit arbeitete Robert Weil als Journalist. Nichtsdestotrotz steckte er seine Energie in sein neu erworbenes Weingut und erweiterte es sukkzessive um neue Weinbergspartien in den Kiedricher Berglagen. Sein Anspruch war höchste Qualität und so konnte das Weingut Robert Weil schon bald internationale Erfolge feiern. Seine Riesling-Auslesen wurden an viele Kaiser- und Königshäuser Europas geliefert und dienten als weiße Pendants zu den großen Bordeauxweinen.
Doch auch das Bürgertum trank um die Jahrhundertwende die Weil'schen Rieslinge. Vom Berliner Hotel Adlon bis in die Grand Hotels anderer großer Metropolen wurden die Weine vom Weingut Robert Weil gereicht.

1920 übergab Robert Weil die Geschicke des Weinguts an seinen Sohn Dr. Wilhelm Weil. Dieser war weinpolitisch engagiert und so war das Weingut Dr. Weil ab 1907 im damaligen VDP eingetragen. Er führte das Unternehmen durch die schweren Kriegsjahre und brachte es danach wieder zu alten Erfolgen. Ab 1959 führte wiederum Dr. Wilhelm Weils Sohn Robert Weil das Weingut weiter. Seit 1987 hat der Urenkel des Gründers, Wilhelm Weil, die Führung des Weinguts Robert Weil inne und führte das Weingut in die Moderne. Der gelernte Winzer investierte weitsichtig in Keller und Weinberg und führte das Tiffany-blaue Etikett ein. Er verzichtet auf Herbizide und düngt die teilweise mehr als 50 Jahre alten Rebstöcke ausschließlich organisch. Die intensive selektive Handlese beginnt im Weingut Robert Weil selten vor dem Oktober und dauert bis zu 17 Durchgänge. Das Ergebnis sind international geschätzte, qualitativ hochwertige Rieslinge.
Die Robert Weil-Rieslinge
Die Rieslinge vom Weingut Robert Weil sind geprägt von den besonderen Eigenheiten der Kiedricher Berglagen. Dadurch sind die Weil-Rieslinge elegant und komplex zugleich. Dieser unnachahmlichen Stilistik verdanken die Weil-Rieslinge ihre weltweite Bekanntheit und dass sie als Symbol deutscher Riesling-Kultur gelten.
Die 90 ha Rebfläche vom Weingut Robert Weil sind ausschließlich mit Riesling bepflanzt. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, erfolgt die Arbeit im Weinberg und im Keller streng qualitätsorientiert und kontrolliert umweltschonend. Gedüngt wird rein organisch, die Weinberge sind begrünt, auf den Einsatz von Herbiziden wird verzichtet.
Die Weil-Rieslinge gibt es trocken und fruchtsüß, die Weine eignen sich nicht nur perfekt als Speisenbegleiter, sondern machen auch als Solisten eine super Figur. Feine Säure, naturbelassene Restsüße und Extrakt harmonieren perfekt und verleihen den Weil-Rieslingen ihren einzigartigen Charakter. Die Weinberge vom Weingut Robert Weil gehören zu den besten des Rheingaus und befinden sich in den Vorbergzonen des Taunuskamms. Die bis zu 50 Jahre alten Reben haben eine Pflanzdichte von 5.000 bis 6.000 Stöcken pro Hektar.

Die Weinlese und Verarbeitung
Selten beginnt man beim Weingut Robert Weil vor Oktober mit der Lese, die dann mindestens 8 Wochen dauert. Die Handlese erfolgt streng selektiv mit bis zu 17 Durchgängen im Weinberg. So werden sämtliche Prädikate bis zur Trockenbeerenauslese geerntet. Seit 1989 verfolgt man diesen Ablauf Jahr für Jahr ununterbrochen. Verarbeitet werden die Trauben anschließend sehr schonend. Der Transport erfolgt mittels Vibrations-Traubenwagen, so werden die Trauben nach dem Vertikal-Prinzip auf die Keltern gebracht. Im Anschluss an die schonende Pressung gelangen die Moste per Falldruck in das Auffangtanklager, wo sie mittels natürlicher Sedimentation vorgeklärt werden.
Welches Gebinde für welchen Wein gewählt wird, hängt von der angedachten Stilistik des Weines ab. So werden körperreiche und trockene Weine im großen Holzfass vergoren und ausgebaut, denn so können sie durch Mikrooxidation komplexe Strukturen entwickeln. Die leichteren, fruchtbetonten und edelsüßen Weine werden im Edelstahl ausgebaut, denn so kann ihre Finesse und Eleganz am besten herausgearbeitet werden. Die Gärung erfolgt temperaturkontrolliert und nach Möglichkeit - abhängig vom Lesegut - spontan über 6-12 Wolchen. Nach Vergärung, Ausbau und Filtration werden die Weine rasch und schonend abgefüllt. Die Primärfrucht soll so ohne Aromenverlust auf die Flasche gebracht und in dieser weitergereift werden.

Die Klassifikationen
Die Robert Weil-Weine gibt es in vier Klassifikationen:
- VDP.GUTSWEIN
- VDP.ORTSWEIN
- VDP.ERSTE LAGE®
- VDP.GROSSE LAGE®
Die Weinbergslagen
- Kiedricher Turmberg: VDP.ERSTE LAGE®
- Kiedricher Klosterberg: VDP.ERSTE LAGE®
- Kiedricher Gräfenberg: VDP.GROSSE LAGE®

Weitere Informationen zu Weingut Robert Weil
| Anschrift | |
|---|---|
| Firmenname: | Weingut Robert Weil |
| Straße: | Mühlberg 5 |
| Ort: | 65399 Kiedrich |
| Land: | DE |
| Region: | Rheingau |
| Kontinent: | Europa |
| Unternehmen | |
| Gründungsjahr: | 1867 |
| Eigentümer: | Wilhelm Weil |
| Wein | |
| Kellermeister: | Christian Engel und Fabian Kretschmer |
| Rebfläche: | 90 Hektar |
| Bebaute Einzellagen: | Kiedricher Gräfenberg, Kiedricher Klosterberg, Kiedricher Turmberg |
| Anbaumethoden, Bewirtschaftung: | selektive Handlese |