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Gin & Genever (440)

Gin ist geschmackvoll, vielseitig und sorgt für Vergnügen. Egal, ob man die klare Spirituose mit dem ausgeprägten Wacholder-Aroma genießt oder sich intensiver mit der traditionsreichen Welt des Gins auseinandersetzt; immer wieder begeistert man sich über die unzähligen Geschichten, die bei einem entspannten Gin-Tonic entstehen.

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Oder vielleicht einen Martini. Oder einen Vesper. Gin ist ein klares, vielfältiges Kulturgut, das bereits seit Jahrtausenden seine Spuren in der Geschichte hinterlassen hat. Mal in guter, mal in weniger guter Weise, doch stets Gin.

Gin - Das Wunder des Wacholderstrauchs

Gin hat sowohl Gelehrte als auch Genussfreunde fasziniert. Bereits vor vielen Jahren wurde die Verbindung zwischen Alkohol und Wacholderbeeren aus medizinischer Sicht untersucht. Diese Mixtur wurde als wirksam gegen Sodbrennen, Rheuma, Gicht und Verdauungsprobleme angesehen. Die Patienten waren erfreut, doch schnell stellte sich heraus, dass es sich bei den vermeintlich Kränklichen oft um Simulanten handelte. So entwickelte sich Gin zum Genussmittel. Heute wie damals bietet Gin eine unendliche Vielfalt an Variationen und Zutaten, die jede Gin-Kreation einer Brennerei zu einem Unikat machen. Mit 3 Herstellungsarten, etwa 12 Gin-Typen und rund 120 sogenannten Botanicals - rechnen Sie die Möglichkeiten aus oder erleben Sie die Vielfalt des Gin-Genusses bei VINELLO.

Gin Geschmack

Der Hauptfokus beim Gin liegt auf der Wacholderbeere, einer Zypressenart, die dem Agraralkohol, der aus Getreide und manchmal aus Melasse hergestellt wird, seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Ein Gin muss mindestens einen Alkoholgehalt von 37,5 % Vol. aufweisen, wobei eine ungeschriebene Regel besagt, dass ein höherer Alkoholgehalt zu einem runderem Gin führt. Darauf folgt eine individuelle Zusammenstellung von etwa 120 Zutaten, auch Botanicals genannt. Dazu gehören exotische pflanzliche Komponenten, kostbare Kräuter und intensive Gewürze wie Muskat, Enzian, Schwertlilie, Ingwer, Rose, Zitronen- und Orangenschalen und vieles mehr. Je nach Destillationsverfahren nimmt der Alkohol die Aromen und Wirkstoffe der Zutaten auf und verwandelt sich in Gin. Doch nicht jeder Gin ist gleich. Die Klassifizierung legt fest, welche Bezeichnung die Mischung auf dem Etikett tragen darf, darunter:

  • Dry Gin
  • London Dry Gin
  • Sloe Gin
  • Plymouth Gin 
  • Original Genever
  • Distilled Gin
  • Gin de Mahón
  • New Western Dry Gin
  • Vilnius Gin
  • Old Tom Gin
  • Reserve Gin

Der englische Einfluss hat sich über die Jahrhunderte im Gin niedergeschlagen, doch seine Geschichte hat woanders begonnen.

Die große Geschichte des Gins

Alchimisten, Hexen und Mönche experimentierten bereits seit der Antike mit Alkohol und Wacholder aufgrund ihrer medizinischen Eigenschaften. Die wahre Blüte erlebte der Wacholderschnaps Genever im 17. Jahrhundert in den Niederlanden, wo er die Kranken erfreute. Die Medizin wurde so beliebt, dass sie fortan als Genussmittel in den Geschäften angeboten wurde. Mit den niederländischen Soldaten, die stets eine Flasche dabei hatten, wurde Gin quasi zum Nationalgetränk. Die alliierte englische Truppe fand Gefallen an dem geschmackvollen Genever, während sie gegen die Spanier kämpften. Ausgestattet mit ein paar Flaschen kehrten die englischen Soldaten in ihre Heimat zurück und machten das Getränk, umgangssprachlich auch “Juniperus” oder einfach nur Gin genannt, bekannt.

Gin wurde zum Geheimtipp auf den Britischen Inseln. Als Wilhelm III. von Oranien-Nassau den englischen Thron bestieg, zeigte er ein Gespür dafür, wie er seine Untertanen hinter sich bringen konnte. Kurz gesagt: Er brachte Gin aus den Niederlanden mit, machte ihn steuerfrei und belegte französische Produkte mit hohen Steuern. Jeder durfte eine eigene Destillerie in seinem Haus betreiben und nach 10 Tagen offiziell Gin verkaufen. So begann der Gin-Boom, die Gin-Krise, die verheerende Folgen für die ärmeren Bevölkerungsschichten hatte.

Gin war billig und unterlag keinem Qualitätsstandard. Es war egal, was im Gin enthalten war. Hauptsache, er war stark. Die Kriminalität und die Kindersterblichkeit stiegen. Alle waren berauscht, während der Rest ungenutzt blieb. Die allgemeine Sterblichkeitsrate überstieg sogar die Geburtenrate, sodass Neugeborene oftmals mit einer Sucht nach Gin zur Welt kamen. Der makabre Name Mother’s Ruin etablierte sich. Es waren düstere Zeiten, was auch die Regierung erkannte. Der Gin Act von 1751 setzte dem Exzess ein Ende. Die Lizenzen für die Gin-Produktion wurden extrem teuer, die Qualitätsstandards sowie die Preise erhöht. Gin wurde zum Getränk der Oberschicht.

Durch die weltweite Ausbreitung des britischen Empires verbreitete sich der Gin auch global. Die Rotröcke in Indien kämpften besonders gegen Mücken und Malaria. Um sich zu schützen, nahmen sie Chinin, das im Tonic Water enthalten ist, zu sich. Um den sehr bitteren Geschmack etwas erträglicher zu machen, mischten die Soldaten das Tonic Water mit Gin - dies hatte durchschlagenden Erfolg, der bis heute anhält. Weniger wegen Malaria, aber wer weiß das schon genau.

Während der Prohibition entstand in den Vereinigten Staaten der Begriff Bathtub-Gin, der auch heute noch für minderwertigen Gin steht. Dieses Getränk lässt sich relativ einfach herstellen, und oft war das einzige große Behältnis dafür die Badewanne. Qualität wurde dabei weniger beachtet, dafür aber der Alkoholgehalt. Am besten, Sie bestellen keinen Bathtub-Gin – besser einen Mother’s Ruin.

Gin-Sorten

Die Einteilung der verschiedenen Gin-Sorten basiert auf Herkunft, Herstellung und Zutaten. Jede Destillerie hat sich einem oder mehreren Stilen verschrieben. Eine kleine Übersicht der beliebtesten Sorten hilft, sich in der Vielfalt zurechtzufinden.

Genever

Das Original niederländischer Herkunft. Auch bekannt als Jenever, abgeleitet vom niederländischen jeneverbes für Wacholder, gilt gemeinhin als Vorläufer des Gin. Der Alkohol wird aus Gerste oder Rogge hergestellt und mit Botanicals wie Kümmel, Röstaromen und Koriander verfeinert. Ein weicher Vertreter dieser Art ist der Old Style Genever von De Borgen, der mit intensiven Noten von Getreide und Wacholder den Gaumen erfreut.

London Dry Gin

Es handelt sich hierbei nicht unbedingt um einen Gin aus London, sondern vielmehr um einen Stil. Dem trockenen Gin werden keine künstlichen Aromen hinzugefügt und der Zuckergehalt ist auf 0,1 g pro Liter begrenzt. Bekannte Vertreter dieser Art sind Bombay Sapphire, Tanqueray Dry Gin aus der Destillerie C. Tanqueray & Co und der Elephant London Dry Gin.

Dry Gin

Diese Sorte weist ein starkes Wacholder-Aroma auf und darf, im Gegensatz zum London Dry Gin, nicht mit pflanzlichen Stoffen angereichert werden. Es ist jedoch möglich, dem Gin durch Farbstoffe eine besondere Farbe zu verleihen. Ideal für Cocktails oder die eigene Hausbar. Beispiele für Dry Gin sind der Gin Mare und der Friedrichs Dry Gin.

Sloe Gin

Sloe Gin steht etwas für sich selbst. Er ist kein echter Gin, sondern eher ein Likör mit einem niedrigeren Alkoholgehalt, wird aber dennoch als Gin gezählt. Die dunkelrote Farbe stammt von der Schlehe. Er präsentiert sich deutlich süßer und fruchtiger als Dry Gin. Elephant Sloe Gin ist eine ausgezeichnete Empfehlung für diese Sorte.

Plymouth, Vilnius und Gin de Mahón

Diese Gin-Sorten sind durch ihre geografische Lage einzigartig. Sie dürfen nur an ihrem Ursprungsort hergestellt werden und weisen meist spezielle Zusammenstellungen von Botanicals auf. Plymouth Gin aus der Black Friars Distillery beispielsweise wird ausschließlich in der englischen Hafenstadt produziert und hat ein weniger ausgeprägtes Wacholder-Aroma.

Wissenswertes über Gin

Was ist Gin?

Gin ist eine klare Spirituose, die vor allem von Wacholder und Koriander geprägt wird. Ursprünglich aus den Niederlanden, hat er sich als typisches englisches Getränk etabliert. Gin wird oft für die Zubereitung von Cocktails und Longdrinks verwendet.

Wie wird Gin hergestellt?

Es gibt drei gängige Methoden zur Herstellung von Gin.

Mazeration: Dabei werden die Botanicals dem Alkohol hinzugefügt, bis der Geschmack übergegangen ist. Anschließend wird die Mischung gefiltert und verdünnt.

Digestion: In diesem Verfahren werden die zerkleinerten Botanicals dem Alkohol zugefügt und bei Temperaturen von etwa 70 °C gekocht, damit sich die Aromen voll entfalten können.

Perkolation: Diese wohl edelste und anspruchsvollste Methode zur Herstellung. Der Alkohol wird gasförmig gemacht und entweicht durch mehrere Siebe, die mit den gewünschten Zutaten gefüllt sind, in den nächsten Kessel. Schließlich wird das Gas wieder verflüssigt und der Gin ist bereit.

Was passt zu Gin?

Gin ist der Hauptbestandteil vieler Cocktails, wobei Gin Tonic wohl der bekannteste ist. Die Möglichkeiten, Gin in Mixgetränken zu verwenden, sind schier unendlich. Einfach ausprobieren und genießen.

Wie lagert man Gin?

Gin sollte kühl, dunkel und aufrecht gelagert werden. Ein Keller ist ideal für eine sichere und konstante Lagerung. Selbst offene Flaschen sind, solange sie verschlossen bleiben, mehrere Monate oder sogar Jahre haltbar, abhängig vom Füllstand. Je mehr Sauerstoff im Inneren der Flasche, desto schneller oxidiert der Gin.

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